Entlebucher von Antalid

Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos 

Von der Entscheidung über Planung, Verpaarung bis zum A- Wurf

Nach wirklich langer Überlegung entscheiden wir uns……. auch wir werden Eyla zur Zucht zulassen. Immer wieder kommt im Bekanntenkreis auf, warum? die Tierheime sind doch voll mit Hunden die ein liebevolles zuhause suchen. Wir möchten aber den Entlebucher züchten, das heißt reinrassig und unter professioneller Zuchtkontrolle durch den SSV, also die besten Voraussetzungen für gesunde Welpen.  

Im August 2015 ist Eyla das 6.x läufig, wir beschließen sie zur nächsten Läufigkeit (Ende Januar/Mitte Februar) decken zu lassen. Nun gehen die Vorbereitungen schon los, welcher Rüde passt zu ihr. Zum Glück haben wir unseren Züchter Heiko, der uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht und auch in dieser Angelegenheit uns den passenden Rüden vorschlägt. Im November ist ein Treffen mit ihm vereinbart (Fahrzeitentfernung ca 2 Stunden, nicht allzu viel um einen geeigneten Rüden zu finden). Die beiden verstehen sich gut, die Verpaarung wird vereinbart.

Im Oktober 2015 müssen wir (Herrchen und Frauchen) den Urlaub für das Jahr 2016 planen (immerhin sind wir beide berufstätig). Mmhhhh…….wie planen wir nun? Wenn Eyla pünktlich läufig wird wird sie Ende Januar gedeckt, die Welpen würden also Ende März auf die Welt kommen. Also plant Frauchen 3 Wochen ab 29.3. und Herrchen die 3 Wochen danach.

Mitte Dezember 2015 fängt Eyla an mit den Vorbereitungen der Läufigkeit (mehr schnüffeln, markieren, zickig gegenüber Hündinnen und auch ihre „Schnalle“ schwillt an) Oh nein…...nun wird alles eher. Aber…..sie macht keine Anstalten mit der Blutung zu beginnen. Das Ganze zieht sich bis Ende Januar, als plötzlich unser Nachbar´s Rüde Herzchen in den Augen hat als beide aufeinander treffen und auch Eyla nicht abgetan ist. 2 Tage später verschwinden zusehends alle Läufigkeitsanzeichen. Wir gehen mit ihr zum Tierarzt der uns eine „stille Hitze“ bestätigt und Eyla damit durch ist durch die Läufigkeit. Etwas enttäuscht (ich hab mich die letzten Wochen mit Bücher, Videos und I-Net auf dieses Ereignis vorbereitet) nehme ich es hin, die „Hochzeit“ mit ihrem Auserwählten wird gecancelt und die Verpaarung eventuell zur nächsten Läufigkeit geplant. Urlaub wird meinerseits umgeplant, Herrchen muss so nehmen wie im Oktober 2015 eingereicht.

Keiner denkt mehr an dieses Thema, als Eyla am 15.02.2016 plötzlich mit der Blutung beginnt. Wir fahren noch am selben Abend zum Tierarzt der einen Progesterontest macht. Das Ergebnis 0,2 ist noch gar nichts. Nun geht das umgeplane wieder los, alle beteiligten Personen (Rüdenbesitzer und unser Züchter, der uns auch da wieder hilfreich zur Seite stehen wird) werden benachrichtigt. Wann wird der genaue Deckzeitpunkt sein? Wer wird von uns beiden (arbeitszeitmäßig)zum Rüden fahren können? Zum Glück habe ich die Möglichkeit meine Schichten auch mal kurzfristig zu tauschen und ich kann auch mal während der Arbeitszeit zum nächsten Progesterontest fahren. Der 2. Test (am Tag 5) ergibt 0,6, auch noch nichts weiter. Allerdings ist sich der Tierarzt nicht ganz so sicher wie schnell es jetzt weiter gehen wird. Am 24.02. (Tag 10) macht er den 3. Test und einen Abstrich.

Der Abstrich ergibt (angeblich), dass sie an genau diesem Tag ihren Eisprung hat. Der Progesteronwert (den wir am nächsten Nachmittag bekommen) ergibt immer noch 0,6. Wir vereinbaren einen Termin für Freitag Nachmittag (Tag 12) bei einem anderen Tierarzt, der das Ergebnis des Progesteron innerhalb 1 Stunde hat. An diesem Nachmittag posiert Eyla mit zur Seite drehenden Schwanz vor Nachbars Rüden rum. Die Tierärztin macht nochmal einen Abstrich. Der Progesterontest ergibt fast 6,0, der Abstrich sagt es dauert noch ein ganz kleines bisschen.

Am Sonntag (Tag 14) starten wir den 1. Versuch. ABER…..es passiert 2,5 Stunden lang nichts, außer paar Liebkosungen und ein paar Versuche von Cognac (ihrem Auserwählten) die Eyla nicht wirklich erwidert. Die Chemie zwischen beiden stimmt irgendwie nicht, denn Eyla weist ihn auch mehrmals zurück, vielleicht ist sie aber auch doch noch nicht so weit. Wir brechen ab, haben aber dank unseres Züchters noch einen Plan B. Plan B heißt Charlie, Cognac´s Bruder und wohnt nicht weit entfernt. Wir fahren da hin, aber es ist eben auch schon ziemlich spät. Die zwei versuchen ihr Glück, verstehen sich super aber so richtig klappt es noch nicht. Wir fahren heim, am nächsten Tag (Tag 15) fahre ich nochmal nach Berlin. Versuch Nr 2, es klappt viel besser als am Vortag. Charlie schnappt sich Eyla, sie hält auch still, aber er bricht vorzeitig ab. Nicht schön für den Rüden, er fühlt sich gar nicht wohl und weiß überhaupt nicht was los ist, der arme Kerl. Nachdem er sich erholt hat fahre ich mit Eyla wieder heim. Charlie kommt am nächsten Tag zu uns (Tag 16), der letzte Versuch. Keine 10 min und Eyla und er hängen für ca 20 Minuten zusammen. Sehr ergreifend (es ist das erste mal für beide). Während Charlie das Ganze scheinbar geniest ist Eyla nicht besonders erfreut. Ich beruhige sie und so langsam geht es auch ihr gut. Danach ziehen sich beide erst mal zurück um später für das Hochzeitsfoto zu posieren.

Nun geht das Gewarte erneut los, hat es geklappt oder nicht?  In der 1. Woche sind keine Veränderungen zu erkennen, in der 2. Woche fällt uns auf, dass Eyla kühlere Liegeplätze bevorzugt. Zufall? Sie ist gierig nach Futter und Leckerli, Zufall? Am 11.03. bekommt sie die 1. Impfung gegen das Welpensterben.    

13.03. (13. Trächtigkeitstag), die letzten 2 Tage schläft Eyla auffällig viel, auch draußen ist ihr Gang eher ruhig und gelassen(sonst tobt sie sofort los wenn sie darf) und sie ist noch verfressener als bisher. Ich hätte zwar nie geglaubt, dass sie noch wilder auf Futter werden kann, aber…….ihr Blick „….gib mir was ich hab soooo Hunger“. Natürlich bekommt sie jetzt noch nicht mehr (wir wissen ja noch gar nicht, ob sie tatsächlich trächtig ist), sie bekommt ihre normale Ration verteilt auf 3 Mahlzeiten anstelle der 2 Mahlzeiten.

15.03. (15. Tag), ohne Leine bummelt sie ohne Ende, hat nicht wirklich Lust, läuft aber brav mit. Wir treffen Juri, einen ihrer Hundefreunde. Sie will nichts von ihm wissen, geht einfach ohne einen Blick an ihn weiter als würde er nicht da sein. Juri jammert und versteht die Welt nicht mehr. Zu erwähnen ist, das Eyla gestern von einem anderen „Freund“ ohne jegliche Vorwarnung gebissen wurde. Zum Glück blieb es bei einer kleinen Verletzung von der 2 Tage später nichts mehr zu spüren war.

21.03. (21. Tag) Es hat sich noch nichts großartiges weiter verändert. Eyla ist immer noch sehr ruhig, außer gestern (Tag 20) war sie beim abendlichen rausgehen doch wieder etwas lebhafter. In ihren Kniebeugen stellen sich die Haare ab, was laut I-Net ein Indiz für eine Trächtigkeit sein kann. Morgendliche Übelkeit, Fressunlust, zähflüssiger Ausfluss, alles Indizien die Eyla noch nicht zeigt.

27.03. (Tag 27), Ostersonntag. Eyla ist immer noch sehr ruhig und schläfrig. Mit viel Phantasie kann man schon ein kleines Bäuchlein sehen, immerhin sind die (hoffentlich vorhandenen) Embryonen schon Walnussgroß. Unsere alljährliche Ostersonntagswanderung, bei der wir und unsere Freunde mit ihren Hunden immer teilnehmen, findet dieses Jahr ohne uns statt.

29.03. (Tag 29) Das klitzekleine Bäuchlein wird etwas größer, oder bilden wir uns es doch bloß ein? Heute hatte sie diesen im I-Net beschriebenen Ausfluss der ein sicheres Zeichen der Trächtigkeit sein soll. Naja ich bin mir trotzdem nicht so sicher (obwohl ja doch ne Menge dafür spricht).

30.03. (Tag 30) Heute endlich!!! ist der Tag des Ultraschalls. Der TA bereitet alles vor, Eyla liegt brav da, der TA legt den Schallkopf auf ihren Bauch und antwortet sofort mit „….oh da schaut mich ja der erste schon an“. Insgesamt waren 4 kleine Welpen zu sehen, es war ein super Gefühl (wie vor Jahren zum eigenen Ultraschall).

31.03. (Tag 31) da ich jedem Welpeninteressenten erst mal auf den Ultraschalltermin vertröstete stand das Telefon heute nicht still, die von mir an diesem Tag versendeten Fragebögen kamen ausgefüllt zahlreich am gleichen Tag zurück. Mein Urlaubstag wurde zum Bürotag, zum Glück gab es die Gassirunden. Eyla geht es soweit gut. Sie achtet beim Treppen steigen selbst darauf Stufe für Stufe zu gehen und nicht wie sonst über 3 Stufen zu springen. Schon erstaunlich der Mutterinstinkt.

06.04. (Tag 37) Eyla´s Fressgier ist nicht so das Feine, unterwegs ist sie nur noch auf Nahrungssuche, so dass es jetzt Leinenzwang gibt. Das passt ihr gar nicht und sie trottet nur so neben uns her. Ihr Bauch wächst zusehends, das „auf drei Beine stehend“ Pippi machen klappt nicht mehr so gut, sie muss ganz schön balancieren. Sie nimmt nun doch mehr die „Mädchenstellung“ ein. Ich „studiere“ in dem Buch „ Handbuch der Hundezucht“ inzwischen das Kapitel „Vorbereitung auf die Geburt“.

10.04. (Tag 41) keine großartigen Veränderungen, Herrchen baut die Wurfkiste. Ab heute ist (laut Plan) bis zur Abgabe der ( noch nicht mal geborenen) Welpen immer einer zuhause. Urlaub, freie Tage und meine Schichtarbeit machen es möglich (ich habe das Glück meine 5 Std. Arbeitszeit wunschgemäß zu absolvieren).

11.04. (Tag 42) Probeliegen in der Wurfkiste, Eyla nimmt sie problemlos an, will aber trotzdem noch immer ganz in unserer Nähe sein. Verlassen wir das Welpenzimmer, verlässt auch sie die Kiste.

15.04. (Tag 46) Besuch beim Tierarzt zum 2. Impfen gegen das Welpensterben. Der TA ist zufrieden mit ihr und auch mit unseren Vorbereitungen und unserem theoretischem Wissen. Die Praxis wird sich zeigen. Eyla bekommt seit gestern Welpenmilch……...die schmeckt ihr super lecker. Ihr Bauch wächst und wächst und……

23.04. (Tag 54) Das Gesäuge von Eyla legt mächtig zu, beim sich putzen hat sie enorme Schwierigkeiten auch überall ran zukommen. Aber so geht es ihr weiter gut, sie schläft viel, draußen wird viel geschnuppert und sie läuft ziemlich langsam. Für die Geburt ist unsererseits alles vorbereitet, Temperatur wird nun täglich 2x gemessen.

29.04. (Tag 60) Herrchen hat die letzte Nacht neben der Wurfkiste verbracht, Eyla war noch relativ ruhig. Die 2malige Temperaturmessung ergibt am Abend des 60. Tages einen Abfall von 1,1 Grad gegenüber dem Morgen. Es wird spannend, die nächste Nacht verbringe ich neben der Wurfkiste. Es war eine sehr unruhige Nacht, Eyla hat die Wurfkiste umgeräumt (die Decken und Handtücher in der Kiste), sie hechelt enorm, dann schläft sie mal wieder für 30 Minuten, dann legt sie sich auf einen anderen Platz…...so ging das die ganze Nacht. Am nächsten Morgen, 30.04. (Tag 61) liegt sie dann entspannt neben mir. Die Temperatur am Morgen bleibt bei 36,5 Grad. Noch ist sie also in der „Eröffnungsphase“. Der Tag wird zunehmend ein schwerer Tag für sie, sie wird immer wieder von heftigen Wehen überfallen, sie quält sich sehr. Sie sucht in diesen Phasen ganz nah bei mir zu sein, ich sitze neben ihr und streichel sie, massiere ihren harten Bauch. Gegen 20.00 Uhr will sie raus, wir nehmen vorsichtshalber ein Handtuch mit (nicht, dass sie im Garten einen Welpen bekommt), sie ist im Garten und drückt plötzlich und schaut ganz aufgeregt zu ihrem Schwanz, der eine ganz komische Haltung hat (haben wir so noch nie gesehen) aber es passiert nichts. Wir gehen wieder rein, Eyla rennt total aufgeregt durch die Wohnung, ich setze mich in die Wurfkiste und sie kommt zu mir. Gegen 22.00 steht sie rasant auf rennt aus der Wurfkiste in eine Ecke unseres Wohnzimmers und……..bringt Welpe Nr.1 auf die Welt. Die Geburt aller 5 Welpen dauert bis morgens 09.00 Uhr. Und damit ist mein „Von der Entscheidung über Planung, Verpaarung bis zum A- Wurf“ zu Ende. Fazit: die Planung eines Wurfs besteht aus warten. Warten auf die Läufigkeit-→ danach Warten auf den passenden Decktag → danach Warten auf die ersten Anzeichen „hat es geklappt oder doch nicht“ → danach Warten auf den Ultraschall → danach Warten auf die Geburt.

Aber das Warten lohnt sich, es ist ein unglaubliches Gefühl Eyla und die Kleinen zufrieden in ihrer Wurfkiste liegen zu sehen.